Fördermittelvergabe im Eiltempo

13.12.2018

 

Ministerin Theresia Bauer hat beim Pilotprojekt der „Leichtbau Innovation Challenge“ insgesamt 637.00 Euro an Fördergeldern für sechs Forschungsprojekte vergeben.

Mehr Geschwindigkeit für die Umsetzung innovativer Ideen, Qualitätssicherung und eine effiziente Mittelverwendung – das zeichnet die Leichtbau Innovation Challenge 2018 aus. Beim Pilotprojekt des neuen Förderinstruments hat Ministerin Theresia Bauer am Mittwochabend insgesamt rund 637.000 Euro an Fördergeldern des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg vergeben. Der Clou dabei: Vom Ende der Bewerbungsfrist der Unternehmen Mitte Oktober bis zur Förderzusage am 12. Dezember sind weniger als zwei Monate vergangen.

„Bei der Umsetzung von guten Ideen in die Praxis kommt es neben der Qualität auf zwei Faktoren an: Zeit und Geld. Mit der Leichtbau Innovation Challenge haben wir ein neues Förderinstrument entwickelt, das besonders schnell ist beim Bewilligen von Ressourcen. Dabei werden Qualität und Praxisrelevanz großgeschrieben. Im Vergleich zu herkömmlichen Förderformaten können gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen hier innerhalb von weniger als zwei Monaten realisiert werden. Es vergehen weniger als zehn Tage von der Antragstellung bis zur Förderzusage“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Sie ist gespannt, wie sich die schnelle und zugleich qualitätsgesicherte Förderung von innovativen Vorhaben für die Zukunft bewährt.

Gerade der Faktor Zeit ist für Forschungsprojekte in klassischen Ausschreibungsverfahren inklusive der Begutachtung eine Hürde. „Besonders KMU haben oft nicht die notwendigen personellen und zeitlichen Kapazitäten für umfangreiche Förderanträge“, erklärt Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW. Genau auf diesen Aspekt zielte die Leichtbau Innovation Challenge ab: Sie ist ein neu entwickeltes Förderformat des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und wurde in Zusammenarbeit mit der Landesagentur Leichtbau BW erstmalig umgesetzt.

Höhepunkt der Leichtbau Innovation Challenge war das Bieterverfahren am Mittwochabend, bei dem Fördergelder in einer Gesamthöhe von 637.000 Euro durch Ministerin Theresia Bauer vergeben wurden. Gefördert wurden dabei nicht die Unternehmen direkt, sondern die Forschungsleistung der Hochschulen, welche die Unternehmen bei der vorwettbewerblichen Entwicklung unterstützen. Dazu hatten die Unternehmen im Vorfeld mit den Forschungsinstituten ein Konsortium gebildet.

Das Feedback der teilnehmenden Unternehmen zum Piloten der Leichtbau Innovation Challenge war sehr gut: „Das Projekt ist eine tolle Initiative, um Unternehmen mit Forschungseinrichtungen zusammenzubringen, die gemeinsam ein Projekt lösen und Innovationen auf den Markt bringen wollen“, sagt Max Riedel von Emm! solutions GmbH aus Weil der Stadt. „Die Challenge ist genau das Richtige, was kleine Unternehmen brauchen, um eigene Entwicklungen weiterzubringen und die Geschwindigkeit bei der Vergabe zu erhöhen“, sagt Rainer Puls, Geschäftsführer der Dipl. Ingenieure Rainer & Oliver Puls GmbH aus Karlsruhe. Moritz Dörstelmann, Geschäftsführer der FibR GmbH aus Stuttgart, ergänzt: „Es ist toll, dass man hier im Land den Mut hat, die Vergabe auf den Kopf zu stellen. Die Leichtbau Innovation Challenge ist ein wirklich innovatives neues Format, um Fördermittel auszuschreiben und um dabei direkt bei den Unternehmen zu fragen, was die Herausforderungen sind, die angepackt werden müssen.“

Unternehmensbedürfnisse im Blick

Die Leichtbau Innovation Challenge war zudem im Hinblick auf die meist knappen Ressourcen von KMU darauf ausgelegt worden, den Aufwand für die teilnehmenden Unternehmen zu reduzieren: Im ersten Schritt konnten sich Unternehmen aus Baden-Württemberg mit einem zweiseitigen Abstract bis Mitte Oktober 2018 bewerben, in der sie ihre „Challenge“ schildern konnten – also die „Herausforderung“, für welche die Unternehmen eine innovative Lösung suchen und dazu Hilfe von externen Forschungspartnern benötigen. Nach Begutachtung der Challenges durch eine Jury gab es Ende November einen Hackathon, bei dem 15 baden-württembergische Forschungseinrichtungen ihre Ideen und Vorschläge für die Challenges präsentieren konnten. Insgesamt gab es dabei über 50 Präsentationen. Die zehn teilnehmenden Unternehmen konnten sich im Nachgang dann für diejenige Forschungseinrichtung entscheiden, welche für sie die beste Lösung vorgestellt hatte. Das Unternehmen bildete mit dem jeweiligen Forschungsinstitut ein Konsortium, das dann beim Bieterverfahren am vergangenen Mittwoch um die Fördergelder mitbieten konnte. Somit konnten sechs der acht Projekte der Challenge gefördert werden. „Außerdem orientiert sich die Leichtbau Innovation Challenge an den Bedürfnissen der Unternehmen – denn es sind die Unternehmen selbst, die für die Challenges ihren Forschungsbedarf in einem konkreten Projekt definieren“, so Seeliger.