ThinKing Mai 2019: Bis zu 30 Prozent mehr Nutzlast und Laderaum dank Leichtbauchassis

08.05.2019

 

Kleintransporter und Transporter neu gedacht - das kann der "UCCON".

Die TEAMOBILITY GmbH aus Böblingen hat mit dem „UCCON“ den Demonstrator für ein neuartiges Mobilitätskonzept geschaffen: Im Vergleich zu einem Kleintransporter kommt der „UCCON“ bei gleicher Länge auf fast ein Drittel mehr an Laderaumvolumen und Nutzlast. Und damit die Nutzlast möglichst groß ausfallen kann, steckt im Chassis jede Menge Leichtbau.

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg präsentiert diese Innovation mit ihrem ThinKing im Mai 2019. Mit diesem Label gibt die Leichtbau BW GmbH monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform.

„Ein „klassisches” Fahrzeug hat vorne einen schweren Verbrennungsmotor, einen großen Kühler und dahinter ein Führerhaus sowie einem Tank hinten im Fahrzeug. Wenn wir weg gehen von diesem klassischen Bild, dann haben wir dank Konzeptleichtbau ganz andere Möglichkeiten, ein Fahrzeug vollkommen neu zu denken und zu konstruieren“, sagt Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH. Der „UCCON“ ist ein tolles Beispiel, wie so ein „neu denken“ aussehen kann: Basis des Mobilitätskonzepts für die „last mile“ bildet ein patentiertes Leichtbau Rolling Chassis, das die TEAMOBILITY GmbH aus Böblingen entwickelt hat. Es kann als universell einsetzbare Plattform für Aufbauten aller Art genutzt werden, zum Beispiel mit Pritschenaufbau oder Kastenwagen für den Transport von Waren, als Shuttle beziehungsweise Bus zur Beförderung von Personen oder auch Ambulanz- oder Rettungswagen. „Zudem kann das Chassis je nach Branchenanforderung beziehungsweise Kundenbedarf verschiedene nachhaltige Antriebsformen beherbergen“, sagt Professor Johann Tomforde, Geschäftsführer der TEAMOBILITY GmbH. In der Sandwich-Plattform-Konstruktion des Chassis kommen dabei verschiedene Materialien zum Einsatz, wie etwa Profile aus den Leichtmetallen Aluminium und Magnesium sowie Composite für den Sandwichboden.

Das macht der „UCCON“ anders
Der Antrieb sitzt kompakt im Unterboden des Fahrzeugs zwischen den Achsen. Gegenüber gängigen Transportern wird der Vorbau um rund ein Drittel kürzer. Der Fahrerplatz ist daher viel weiter vorne positioniert.„Der ‚UCCON‘ kommt so auf etwa 30 bis 50 Prozent mehr Nutzraum. Das Chassis erinnert von der Grundform her an einen Bootsrumpf und bietet mit geringstmöglichem Materialeinsatz beste Biege- und Torsions-Steifigkeit sowie ein sehr gutes Crash-Verhalten“, sagt Tomforde. Auch das Thema autonomes Fahren hat das Team hinter dem „UCCON“ bereits bedacht. „Die Fahrerplatz- und Cockpit-Gestaltung wird sich auf dem Weg bis zu Level 5, dem vollautonomen Fahren, verändern. Wir haben das System modular aufgebaut, sodass man das Cockpit modular an den Technologiefortschritt anpassen kann. Fährt der „UCCON“ dann voll autonom, so kann der Vorbau für neue Funktionen genutzt werden, etwa indem man dort weitere Sitzplätze für Passagiere im Bus-Betrieb unterbringt“, meint Tomforde.

Leichtbau ist für die Mobilität von morgen unverzichtbar
„Für die Erhaltung der Mobilität und Versorgung der Menschen in wachsenden Urbanisationen brauchen wir emissionsarme und ressourcenschonende Gesamtsysteme. Um diese zu realisieren, ist die konsequente Umsetzung von ressourcenschonendem Leichtbau unverzichtbar“, sagt Tomforde. Eine neue Studie der Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg hat die bisher weitestgehend ungenutzten Potentiale des Konzeptleichtbaus untersucht. Sie steht kostenlos unter www.leichtbau-bw.de/konzeptleichtbau zum Download bereit. Die ausführliche „Platinum Edition“ enthält weitere Informationen und ist demnächst online verfügbar.

Über die TEAMOBILITY GmbH
Die TEAMOBILITY GmbH mit Sitz in Böblingen arbeitet mit einem interdisziplinären Expertenteam an Smart-City- und Mobilitätskonzepten von morgen. Geschäftsführer Prof. Johann Tomforde ist bekannt als „Vater des smart“: Als junger Student entwickelte er bereits 1969 die ersten Elektroauto-Konzeptstudien, baute bei Mercedes-Benz die neue „City Car-Marke“ auf und war in den 90er Jahren für Entwicklung sowie Produktion des smart zuständig. www.teamobility.de

Für die UCCON Integrated Chassis Entwicklung ist die TEAMOBILITY GmbH für den German Innovation Award 2019 nominiert.

INFO
Was genau ist Konzeptleichtbau?

Weglassen, das ist die grundlegende Philosophie des Konzeptleichtbaus. Die Fahrzeuge werden für eine spezielle Transportaufgabe entworfen und gebaut. Sie können dann genau diese eine Transportaufgabe erfüllen, aber das mit dem Minimum an Material. Man könnte auch sagen: Weniger geht nicht mehr“, erklärt Dr. Wolfgang Seeliger. „Ein Fahrzeug, welches im innerstädtischen Verkehr Güter oder Personen über vergleichsweise kurze Distanzen befördert, stellt ganz andere Anforderungen an Fahrwerk, Konstruktion und Design, als etwa ein Fahrzeug, welches über lange Distanzen bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn Güter transportieren soll“, ergänzt Tomforde.

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