Mit Leichtbau die Stadt von morgen lebenswerter gestalten

23.05.2019

 

Wie werden unsere Häuser zukünftig aussehen? Kommen die Pakete bald per Luftpost? Und wie sieht die Mobilität in der Stadt von morgen aus, brauchen wir überhaupt noch ein Auto?

Beim Symposium „Leichtbau im urbanen System“ diskutieren am 4. Juli Branchenkenner im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn ihre Ideen und Visionen, wie sich das Bild unserer Städte in den kommenden Jahren verändern kann.

Stellen Sie sich einmal vor, in Stuttgart würde ein Großteil der Verkehrsflächen wie Straßen oder Parkplätze überflüssig werden und man könnte diese Bereiche nutzen, um neuen Wohnraum zu schaffen oder die Stadt lebenswerter zu gestalten. Wie das mit Leichtbau funktionieren kann, diskutieren Experten beim Symposium „Leichtbau im urbanen System“. Dort stellen sie spannende Ideen für die Stadt von morgen vor. Dabei geht es vor allem darum, wie Mobilität, Logistik und Architektur in den kommenden Jahren zusammenwachsen können – zum Beispiel mit dem Ziel die Flächen, die vorher von Autos „besetzt“ waren, wieder den Menschen zurückgegeben zu können. Wissenschaftler des MIT haben etwa berechnet, dass sich in New York durch effiziente Routen-Algorithmen die Auslastung der Taxis so weit optimieren lässt, dass man auf rund 30 Prozent der Fahrzeuge verzichten könnte, weil diese besser ausgelastet wären.

Dem Dreiklang der Themenbereiche Architektur, Mobilität und Logistik widmet sich das hochkarätig besetzte Podium mit Steffen Braun (Fraunhofer IAO), Andreas Hofer (IBA 2027), Dr. Julian Lienhard (str.ucture GmbH), Prof. Johann Tomforde (Teamobility GmbH) und Michael Zweck (Audi Electronics Venture GmbH). Sie geben Einblicke in ihre Visionen und diskutieren, welche Weichen man heute schon stellen muss, um ressourcenschonend die gebaute Umwelt der Zukunft zu gestalten. Denn der Handlungsdruck, Material und wertvolle Ressourcen einzusparen, ist heute schon da – das zeigen etwa Schlagzeilen wie „Sand wird knapp“ oder „Bauen wird teurer“.

Außerdem werden beim Symposium zum aller ersten Mal öffentlich Inhalte aus der brandneuen Studie „Leichtbau im urbanen System“ vorgestellt, bei der konventionelle Bauweisen und Leichtbauweisen einander gegenübergestellt wurden. Auf Basis dieses Vergleichs werden die Einsparpotentiale durch Leichtbau unter anderem in den Kategorien Planung, Logistik sowie Architektur und Baukonstruktion aufgezeigt – und auch Zielvorgaben für die Stadt der Zukunft abgeleitet. Ein Beispiel dafür ist die Funktionsintegration, bei der etwa die tragende Struktur eines Gebäudes neben der tragenden um weitere Funktionen erweitert wird.

Führung mit den „Machern“ der BUGA-Leichtbaupavillons

Am Nachmittag erwartet die Teilnehmer ein exklusiver Rundgang auf der Bundesgartenschau in Heilbronn. Dabei kann man die beiden Leichtbaupavillons kennenlernen: Der Faserpavillon besteht aus 60 einzelnen Faserverbundteilen aus Glas- und Kohlestofffasern, die von einem Roboter hergestellt wurden. Der zweite Pavillon setzt hingegen auf den Leichtbauwerkstoff Holz. Auf einer Breite von 25 Metern überspannt die Holzschale eine Fläche, die auf der BUGA als Veranstaltungsraum genutzt wird. Die „Macher“ hinter den Pavillons stehen während der Führung Rede und Antwort und berichten von ihrer Entstehung.

Blick hinter die Kulissen

Auf dem Programm der Führung steht auch ein Blick hinter das Logistiksystem der BUGA-Bewohner: Denn auf dem Gelände ist auch eine Stadtausstellung entstanden. Die 23 Häuser sind dort bereits bewohnt – und die Menschen, die im neuen Stadtquartier „Neckarbogen“ wohnen, müssen natürlich auch versorgt werden. Zu den beeindruckenden Gebäuden gehört auch Deutschlands höchstes Holzhybridhochhaus. Im Anschluss haben die Teilnehmer dann noch die Gelegenheit, das BUGA-Gelände auf eigene Faust zu erkunden.

Punkte zur Fort- und Weiterbildung sammeln

Die Teilnahme lohnt sich doppelt, denn die Veranstaltung wird von der Architektenkammer und der Ingenieurkammer BW als Fort-/Weiterbildung anerkannt.

Seien Sie schnell – die Teilnehmerzahl ist begrenzt

Anmeldungen sind bis zum 21. Juni möglich und werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Die Teilnahmegebühr von 100 Euro beinhaltet die Konferenzteilnahme, den Besuch der Bundesgartenschau Heilbronn sowie die Bewirtung vor Ort. Infos und Anmeldung unter: www.leichtbau-bw.de/lus19