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Ändern Zeiten wie diese unsere Einstellung zur individuellen Fortbewegung?

27.03.2020

 

Der erste Talk der neuen „Sprechstunde Leichtbau – In 5 Minuten zum Leichtbau".

 

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Die Entwicklungen im Zuge des Coronavirus haben derzeit großen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir leben und wie und womit wir uns im Alltag fortbewegen. Wie die Zeit nach dem Virus die Zukunft der Mobilität verändern könnte, warum jede Krise auch eine Chance bietet und wie man diese nutzen kann, das hat Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, im Gespräch mit dem Mobilitätsexperten Dr. Ulrich W. Schiefer des Technologie Think Tanks AtTrack GmbH diskutiert.

„Einmal mehr ist die Gegenwart viel bedrohlicher als die Zukunft. Schon sehr überschaubare Mobilitätseinschränkungen zum Klimaschutz in Form von Fahrverboten verunsicherten viele Menschen“, sagt Dr. Ulrich W. Schiefer, Geschäftsführer der AtTrack GmbH. Die plötzlich auftretende Corona-Pandemie bewirke nun, dass sich unsere Mobilität in bisher unvorstellbarem Maße reduziere: „Verkehrsmittel wie Züge und Flüge fallen ganz aus. Bestimmte Ort wie öffentliche Parks fallen als Destination weg, da sie gesperrt sind. Und auch der Bedarf an Mobilität fällt weg, wenn etwa der tägliche Weg zur Arbeit aufgrund von Heimarbeit obsolet wird oder man wegen der Sorge vor Ansteckung den öffentlichen Raum und öffentliche Verkehrsmittel meidet“, so Schiefer.
 
„Ich kann mir gut vorstellen, dass sich in Zukunft die Einstellung zur Mobilität und wie wir uns im Alltag fortbewegen werden, ändert. Auch jetzt dürfen wir den Klimawandel nicht aus den Augen verlieren und müssen uns Gedanken darüber machen, wie Verkehr und Fortbewegungsmittel in den kommenden Jahren aussehen werden“, meint Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH. Schiefer sieht in der massiven Einschränkung der Mobilität zur Ansteckungsprävention gar „das reinigende Gewitter, das neuem Denken Raum schafft“. Vieles werde aus seiner Sicht nach Corona anders bewertet werden, gerade auch die Mobilität. „Es wird noch evidenter, dass wir emissionsfreie, leichtere, agilere und weniger aufwendige Autos brauchen. Und das reinigende Gewitter wird hoffentlich die Misstöne wegschwemmen, die da in letzter Zeit immer wieder auftauchen, wonach ein Elektroauto nicht leicht sein müsse, um umweltfreundlich und effizient zu sein“, so Schiefer.

Die Stadt den Menschen zurückgeben
Doch wie genau sieht die Mobilität der Zukunft aus? „Ganz anders als heute“, sagen beide unisono – und es gebe bereits Unternehmen im Land, die an konkreten Lösungen arbeiten. Zum Beispiel den AtTrack TE-700 Leichtfahrzeugen mit Elektroantrieb oder dem „ILO1“ der Emm! solutions GmbH, die nur ein Drittel der Masse eines herkömmlichen Fahrzeugs auf die Waage bringen – aber was viel wichtiger ist, nur die Hälfte bis ein Viertel der Fläche verbrauchen. „Stellen Sie sich vor, wie die Stadt der Zukunft dann aussehen könnte, wenn im Umkehrschluss bis zu drei Viertel der heutigen Verkehrsflächenfrei werden würden und wir diese den Menschen zurückgeben könnten. Mit Leichtbau wird die Stadt so vor allem eins: lebenswerter“, ergänzt Seeliger. 

Schiefer, der mit seinem Mobilitäts Think Tank AtTrack GmbH bei Fragen zum Wandel der Mobilität und den sich daraus verändernden Anforderungen entwickelt und berät, ergänzt: „Leichtbau ist dabei eine der relevantesten und erfolgversprechendsten Disziplinen. Nur Regionen, die klar zeigen können, was sie in diesem Technologiefeld gut oder sogar am besten können, werden in der Mobilitätsindustrie der Zukunft erfolgreich sein.“

Jede Krise bietet eine Chance
Daher appelliert Seeliger: „Fangen wir heute damit an, die Zukunft zu gestalten und machen wir aus der Krise eine Chance.“ Das Technologietransfer-Programm Leichtbau des Bundeswirtschaftsministeriums lasse sich laut Seeliger durchaus auch als Konjunktur-stützungs-Programm begreifen. „In Zeiten, in denen eine Finanzierung aus Umsätzen schwierig ist und vielleicht auch freie Personalkapazitäten bestehen, kann ein solches Förderprogramm eine gute Überbrückung darstellen: 280 Millionen Euro stehen in den folgenden vier Jahren zur Verfügung, um Leichtbau-Projekte bis in die Kommerzialisierung zu entwickeln.“ Auch Schiefer bereitet derzeit einen Antrag zu einem Karosserieleichtbauprojekt vor, den er beim neuen Förderprogramm einreichen will, und greift dabei auf die Unterstützung der Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg zurück. Hier hilft das Team rund um Dr. Wolfgang Seeliger Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei, Projektideen zu generieren und Konsortien zu bilden.

Sprechstunde Leichtbau – der Talk im Video
Das Video zum Gespräch finden Sie online in der neuen Video-Reihe „Sprechstunde Leichtbau – In 5 Minuten zum Leichtbau“ unter: https://youtu.be/oZH9JCJaylw

Zur Person
Dr. Ulrich W. Schiefer leitet als Geschäftsführer den Technologie Think Tanks AtTrack GmbH in Stuttgart. Er war leitender Entwickler in vier Automobilkonzernen, unter anderem Entwicklungsvorstand bei Aston Martin und Gründungsgeschäftsführer der Porsche Engineering Group bevor er das Erfahrungspotential seines innovativen Teams mit der AtTrack GmbH einem breiteren Markt eröffnete.

Dr. Wolfgang Seeliger ist seit Mitte 2013 Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH mit Sitz in Stuttgart. Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Vermarktung von baden-württembergischem Know-How und bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Als promovierter Diplom-Chemiker mit betriebswirtschaftlicher Zusatzausbildung (MBA) hatte Seeliger zuvor verschiedene leitende und beratende Positionen in der Industrie und in den Bereichen Beratung, Finanzen und Maschinen- sowie Automobilbau inne. An der Hochschule für Technik in Stuttgart ist er zudem seit 2006 als Lehrbeauftragter tätig.

Weiterführende Infos – Studie zu Leichtbau im urbanen System
Über 50 Prozent Gewichtseinsparung an Material in Leichtbauweise, bis zu 40 Prozent weniger Energieverbrauch im Warenlieferverkehr und bis zu 60 Prozent weniger Wärmeinseleffekte im urbanen Raum – die Studie „Leichtbau im urbanen System“ hat anhand von drei Anwendungsfällen untersucht, welche Einsparpotentiale bereits heute durch Leichtbauprinzipien gegenüber konventionellen Bauweisen im Kontext der Stadt möglich sind. Die Zahlen zeigen: Es lohnt sich! Die Studie steht unter folgendem Link kostenlos als PDF zum Download bereit: www.leichtbau-bw.de/studielus 

In unserer Reihe ThinKing stellen wir monatlich innovative Leichtbaulösungen von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg vor. Hier geht’s zu den ausführlichen Presse-Kits über neue Konzepte für Fortbewegung und Transport:

Individualverkehr:
Leichter Dreisitzer mit neuem Fahrzeugkonzept – TG 700
www.thinking-award.de/tk14  

¼ Footprint gegenüber einem klassischen Pkw – ILO1
www.thinking-award.de/tk34  und im Video: https://youtu.be/xFirJITASEY   

Transporter/Warenlieferverkehr:
Bis zu 30 Prozent mehr Nutzlast und Laderaum dank Leichtbauchassis – UCCON
www.thinking-award.de/tk48 und im Video: https://youtu.be/sxnOkIRbDSA