ThinKing März - Doppelbandpresse stellt leichte Organobleche kontinuierlich her

05.03.2015

 

Composite Materialien am laufenden Band - Die Held Technologie GmbH aus Trossingen hat eine isobare Doppelbandpresse (DBP) entwickelt, auf der sich unter anderem Organobleche kontinuierlich herstellen lassen.

Vorteil des Prozesses ist die beliebige Länge der Faserverbundwerkstoffe aus carbon- oder glasfaserverstärkten Kunststoffen (CFK/GFK) sowie die gleichbleibende Qualität und der hohe Output des Durchlaufprozesses. Dies ist wichtig auf dem Weg in die Massenproduktion von Organoblechen und damit hin zu einer verstärkten Industrialisierung im Leichtbau.

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg präsentiert diese Innovation mit ihrem ThinKing im März. Die Leichtbau BW GmbH gibt mit diesem Label monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform.

Organobleche sind leicht und haben hohe Festigkeit

Doppelbandpressen sind die idealen Anlagen für eine kontinuierliche Herstellung von Rollen- und Plattenmaterial im Durchlaufverfahren. Zwei Endlosstahlbänder werden im Ein- und Auslauf über Stahltrommeln umgelenkt, dazwischen befinden sich die Druckplatten mit der sogenannten Reaktionszone. Hier wirken Temperatur und Druck auf die zugeführten Materialien ein. Ölgestützte Druckkissen erzeugen den isobaren Druck. Getrennt regelbare Temperaturzonen ermöglichen ein individuelles Temperaturprofil für Materialien wie Folien, Gewebe, Vliese, Granulate oder Pulver.

Während des Prozesses wirken Temperaturen bis 400 Grad Celsius und ein Druck von bis zu 80 bar auf die zugeführten Materialien ein. Heizen und Herunterkühlen auf Raumtemperatur unter konstantem Druck ermöglichen eine sehr wirtschaftliche Produktion in hoher Qualität sowie eine schnelle Weiterverarbeitung.

Plattenlänge ist variabel

Diese Vorteile nutzt Held für die Herstellung von Organoblechen. Hier kommt zum einen Rollenware, aber auch Plattenware als Ausgangsmaterial zum Einsatz. Diese Platten bestehen typischerweise aus UD-Gelegen. Die Fasern der unidirektionalen Gelege lassen sich in verschiedenen Winkeln wie z.B. 0, 45 oder 90 Grad ausrichten und damit lastgerecht legen. Sie werden nur dort aufgebracht, wo sie nötig sind. Diese Vorgehensweise spart Gewicht und bedeutet höhere Steifigkeit/Festigkeit.

Nach dem Durchlaufen der DBP können die Organobleche je nach Bedarf noch bearbeitet werden. z. B. durch Längs- oder Querschneideanlagen. Die Plattenlänge ist dabei variabel. "Für lange Organobleche gibt es keine Alternative zu einer kontinuierlichen Doppelbandpresse", sagt Timo Geiges, Senior Sales Engineer bei Held Technologie. Ein weiterer Vorteil ist, dass es anders als beim statischen Pressen durch den isobaren Druck keinen Verzug im Material gibt.

Trend geht zur Verwendung von Thermoplasten

Im Technologiepark von Held stehen interessierten Unternehmen drei komplette isobare Doppelbandpressen-Anlagen für Testzwecke und Produktionsläufe zur Verfügung. Dort können sie ihr Material entwickeln, testen bzw. Muster oder ganze Serien fertigen. Bei den Mietanlagen verzeichnet Held Technologie eine steigende Nachfrage und einen Trend zur Verwendung von thermoplastischen Kunststoffen.

Weitere Informationen zur Held Technologie GmbH erhalten Sie unter www.held-tech.de