ThinKing April - Hybrid kombiniert Vorteile von Schmieden und Selektivem Laserschmelzen

20.04.2016

 

Die Rosswag GmbH aus Pfinztal kombiniert die Technologie des Schmiedens mit Selektivem Laserschmelzen (SLM). Dort, wo bei Bauteilen wenig Komplexität und eher hochfestes Volumen gefragt ist, setzt die Firma auf konturnahes Freiformschmieden. Die komplexen Bereiche des Produkts werden durch Additive Fertigung hinzugefügt. Damit nutzt Rosswag die Vorteile beider Verfahren, um eine ressourcen- und kosteneffiziente Herstellung von massiven Bauteilen mit komplexen, innenliegenden Strukturen zu realisieren.

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg präsentiert diese Innovation der Rosswag GmbH mit ihrem ThinKing im April. Die Leichtbau BW GmbH stellt unter diesem Label regelmäßig kostenfrei beispielhafte Produkte und Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg vor.

Kombination ermöglicht massive Bauteile mit komplexen Strukturen

Für eine Fallstudie wurden auf den Grundkörper eines Turbinenrads die Schaufelgeometrien additiv aufgebaut – inklusive innenliegender Kanälen zur Grenzschichtbeeinflussung. Damit nutzt Rosswag die Vorteile beider Verfahren, um eine ressourcen- und kosteneffiziente Herstellung von massiven Bauteilen mit komplexen, innenliegenden Strukturen zu realisieren.

"Durch die Kombination der beiden Fertigungsverfahren Schmieden und Selektives Laserschmelzen entstehen neue Produkte, welche durch eine innovative Prozesskette trotz hoher Komplexität effizient gefertigt werden können", sagt Geschäftsführer Dr.-Ing. Sven Donisi. "Ziel ist es, die Prozesskette zu optimieren und damit die Effizienz bei der Herstellung bestimmter Bauteile zu steigern." Dies geschieht, indem die positiven Eigenschaften der beiden Herstellungsverfahren in den jeweiligen Geometrieelementen miteinander kombiniert werden.

Konstruktive Freiheiten bei komplexen Geometrien

Die Grundidee liegt darin, massive Bauteilbereiche, mit einem großen Anteil an Materialvolumen, konturnah im Freiformschmiedevorgang herzustellen. Das Metall-Rohteil ist hochbelastbar und wird faserverlauf gerecht geschmiedet. Darauf wird anschließend, nach einer CNC-Bearbeitung der Fügefläche in der SLM®-Anlage additiv aufgebaut, um komplexe Strukturen zu ergänzen. Dies wurde zunächst in einem Fallbeispiel realisiert. Die neuentwickelte und optimierte Prozesskette ermöglicht dank Additiver Fertigung zusätzlich neue konstruktive Freiheiten bei komplexen Geometrien und innenliegenden Strukturen.

Rosswag verfolgt das Ziel, die Bereiche der generativen Fertigung und Ingenieursdienstleistungen weiter auszubauen. Das Unternehmen will den Kunden nicht nur als Dienstleister unterstützen, sondern als Konstruktions- und Entwicklungspartner mit einer ganzheitlichen, firmeninternen Fertigungskette.

Die Firma Rosswag ist mit dem Schmiede-SLM-Hybrid unter den Finalisten für den Deutschen Innovationspreis 2016. Das Bauteil sowie das Verfahren präsentiert das Unternehmen zudem vom 25. bis 29. April 2016 auf einem Stand bei der Hannover Messe Industrial Supply in Halle 4 E34.